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2. Arbeitsbereich : Umwelt und Gesundheit

GESUNDHEITSPARLAMENT
Arbeitsbereich "Umwelt und Gesundheit"
c/o SHG Amalgam, SEKIS, Albrecht-Achilles-Str. 65, 10709 Berlin
_________________________________________________________________________

06.03.03

Trickserei im Quecksilber-Bericht
des UN-Umweltprogramms


Das UN-Gremium schildert die Umweltverschmutzung durch Quecksilber ausführlichst und erachtet diese als gesundheitsgefährdend, geht aber an der Amalgam-Problematik vorbei.
Dennoch könnte sich ein Kurswechsel in der Amalgam-Politik anbahnen.
Kürzlich wurde in den Medien berichtet, dass man im Rahmen des UN-Umweltprogramms (UNEP) in einer aktuellen Untersuchung zu dem Schluss kam, Quecksilber habe sich zu einer ernsten gesundheitlichen Bedrohung entwickelt, denn: "Die Quecksilber-Verseuchung ist nach neuesten Kenntnissen weit höher als bislang angenommen", so der UNEP-Exekutivvizedirektor Kakakhel [1].

Grundsätzlich ist es zu begrüßen, dass von offizieller Seite auf diesen gravierenden Missstand aufmerksam gemacht wird. Allerdings gibt es einige Ungereimtheiten in dieser Studie, die hier näher beleuchtet werden sollen.

Zunächst erstaunt, dass sich "nach neuesten Kenntnissen" die Quecksilberbelastung als hoch und damit gesundheitsbedrohlich erwiesen haben soll.
Es ist nicht neu, dass die Bevölkerung in starkem Maße dem hochtoxischen Quecksilber ausgesetzt ist, wenn auch hauptsächlich aus anderer Quelle als uns die UN-Experten weismachen wollen
Tatsächlich macht die jetzige Feststellung über die quantitativ wie qualitativ bedrohliche Quecksilberbelastung deutlich, wie wenig vertrauenswürdig offizielle Statements sind - was freilich auch nicht neu ist. Denn nach den bisherigen Beteuerungen offizieller Stellen reduzierte sich generell die Schadstoffbelastung von Mensch und Umwelt und ging von Quecksilber für die Allgemeinbevölkerung kaum eine Gefahr aus.

So verlautbaren beispielsweise unsere Gesundheitsbehörden nach wie vor, Amalgam zeitige allenfalls leichte Nebenwirkungen wie etwa "Hautunverträglichkeiten und Allergien". Ansonsten aber sähen "weder das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte noch die Europäische Kommission (...) einen begründeten Verdacht, dass das Quecksilber aus Amalgam negative Auswirkungen auf die Gesundheit hat, die seine Verkehrsfähigkeit in Frage stellt" [2 (S. 2)]. Und die Müllwirtschaft, die nun im UNEP-Bericht u.a. auch als wesentlicher Faktor für die Quecksilberverseuchung genannt wird, hat sogar durch die deutsche Ärzteschaft ein Öko-Siegel erhalten. So warb u.a. auch Bundesärztekammerpräsident Vilmar höchstpersönlich für die Müllverbrennung [3 (S. 200)] und bescheinigte auch den Siedlungsabfalldeponien, dass sie "keine erkennbaren gesundheitlichen Gefahrenquellen für die Bevölkerung darstellen" [4].
Diesen Aussagen haben kritische Bürger zu Recht misstraut [3 (S. 199, 206)], wie nunmehr auch der UNEP-Bericht bestätigt.

Es war überfällig, dass die in Fachkreisen längst bekannte gefährlich hohe, aber von vielen Verantwortlichen bisher schöngeredete Quecksilberbelastung auch von der UN unumwunden festgestellt wurde. Freilich ist fraglich, ob daraus grundlegende Änderungen resultieren werden. Bekanntlich werden wissenschaftliche Erkenntnisse nur in soweit respektiert, wie sie die Belange der Wirtschaft und Politik nicht stören.

Überbetonung der Umweltbelastung

Nachweislich an der Realität vorbei geht die vom UNEP-Gremium vorgenommene Gewichtung der Einflussfaktoren.
Laut Zusammenfassung der UNEP-Studie erfolgt die Quecksilberbelastung der Bevölkerung hauptsächlich durch Fischkonsum und Luftverschmutzung. Zahnamalgam, das sogar nach Aussage der WHO [5] und unserer Gesundheitsbehörden [6] bei weitem die größte allgemeine Quelle für Quecksilber darstellt, wird in der Zusammenfassung der UNEP-Studie nicht als solche benannt und die vielfach in Wissenschaft und ärztlicher Praxis dokumentierte Gesundheitsschädlichkeit von Amalgam bleibt gänzlich unerwähnt. Doch zum Amalgam später.

Bleiben wir zunächst bei der Feststellung der UNEP-Experten, die allgemeine Quecksilberbelastung, insbesondere durch Fischkonsum und Luftverschmutzung, verursache, dass "der Quecksilberwert im Blut jeder zwölften in den USA lebenden Frau über dem Limit" liegt. Nach Ansicht einiger Forscher haben daher allein in den USA 300.000 Neugeborene ein erhöhtes Risiko für Gehirnschäden. Weltweit könnte es Millionen derartiger Fälle geben, so das UNEP-Gremium [1,7].
Derlei Eingeständnisse von offizieller Seite sind, wie gesagt, ungewohnt . Denn bisher wurden auch hierzulande von den Maßgeblichen, ebenfalls unter Berufung auf den wissenschaftlichen Erkenntnisstand, nicht nur amalgambedingte Gesundheitsrisiken, sondern z.T. jegliche Gefahren durch die übliche Quecksilberbelastung negiert; ein Dementi blieb bislang aus.
So gibt die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) an, ein erhöhter Quecksilberspiegel im Blut sei [insbesondere auch - die Verf.] bei Frauen und ihren Babies nicht nachweisbar. Und die Bundesgesundheitsbehörden [2 (S. 2 unten)] im Verbund mit BZÄK [8] und Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung (KZBV) [9 (S. 5)] schließen insbesondere auch eine fetale und frühkindliche Schädigung durch Amalgam - der bei weitem größten Quecksilberquelle - grundsätzlich aus.
Auch hinsichtlich weiterer Quecksilberexpositionen gibt die KZBV Entwarnung: Es "besteht für den Menschen auch bei hohem Fischkonsum keine Gefahr, wie zahlreiche Untersuchungen aus Japan und Skandinavien (Nationen mit traditionell viel Fisch auf dem Speiseplan) beweisen. Auch das Einatmen von Quecksilberdämpfen hat bei Berufsgruppen, die intensiv mit Quecksilber arbeiten (z.B. Spiegel-Industrie) nicht zu Erkrankungen geführt, die irgendwelche Besonderheiten im Vergleich zur Normalbevölkerung zeigen." [9 (S. 4 oben)]

All diese Aussagen haben nun nach der Feststellung des UN-Umweltprogramms keinen Bestand mehr. Dass die Schulmedizin hierzulande im allgemeinen dennoch bisher keine entsprechenden klinischen Befunde erheben konnte, liegt doch wohl an unzureichender toxikologischer Diagnostik, denn an - wie behauptet - nicht existierenden quecksilberinduzierten Erkrankungen. Dieses diagnostische Defizit muss schleunigst beseitigt werden, um den Anschluss an den medizinisch-wissenschaftlichen Standard in der Welt zu erreichen und die Betroffenen einer adäquaten Therapie zuzuführen.

Amalgam als Marginalie

Kommen wir zum Thema Amalgam: Wie bereits erwähnt, wird in der Zusammenfassung der UNEP-Studie als Hauptquelle von Quecksilber sowohl der Fischkonsum als auch die Luftverschmutzung (und zwar: Stromerzeugung, Müllverbrennung sowie Gold- und Silberminen und - die bedrohliche Natur nicht zu vergessen! - Vulkane und Erdkruste), hervorgehoben, das Amalgam aber nur marginal erwähnt.
Wer sich allerdings die Mühe macht, den gesamten Text des UNEP-Berichts [10] zu durchforsten, findet höchst Interessantes:

Anscheinend hat die Amalgam-Lobby dem UN-Gremium feste Vorgaben gemacht, die nicht überschritten wurden. Im Inhaltsverzeichnis kommt Amalgam gar nicht vor, im Text spielt es eine untergeordnete Rolle.
Das allergrößte und bedenklichste Problem beim Quecksilber ist in der Darstellung des UNEP-Gremiums also die Freisetzung in die Umwelt, mit - jawohl! - möglicherweise ernsten gesundheitlichen Folgeschäden. Gefährlich sind aber nicht nur die Kraftwerke, sondern - siehe da - auch die Krematorien, in denen Leichen mit Amalgamfüllungen verbrannt werden. Da Filter zu aufwendig und teuer sind, wird in dem Bericht als beste Lösung für dieses Problem empfohlen - man höre und staune! -, auf den Amalgameinsatz beim Menschen zu verzichten. Sogar bei der Erdbestattung stelle sich das Problem der Quecksilberbelastung des Bodens. Auch in der Zahnarztpraxis sind die aufsteigenden Quecksilberdämpfe und der Quecksilberabfall ein ernstes Problem. Aber das im menschlichen Organismus angereicherte Amalgam? Kaum der Rede wert!

Die Augen werden erst auf Seite 71 (von 270) geöffnet. Aus einer Tabelle der täglichen Quecksilberaufnahme aus den verschiedenen Quellen ergibt sich, dass dampfförmiges Quecksilber aus Amalgamfüllungen (3,8 bis 21 µg/Tag) die mit Abstand stärkste Belastungsquelle darstellt, weit vor dem Fischkonsum mit 2,4 µg/Tag.
(Hier zeigt sich, dass die UNEP-Angaben zur Quecksilberbelastung mitnichten auf "neuesten Kenntnissen" beruhen. Denn die vorstehend genannten Daten wurden bereits 1991 von der WHO veröffentlicht [5] - freilich ohne, dass man sich offiziellerseits bisher darum geschert hat.)

Aber warum nur - staunt der Laie - hat sich die Untersuchungsgruppe auf Nebenschauplätzen derart verzettelt, indem über viele Seiten die (sicherlich schlimme) Belastung von Luft, Wasser und Boden ausgebreitet wird, während das in den menschlichen Körper
aufgenommene Quecksilber nur am Rande gestreift und Amalgam in der Zusammenfassung nicht einmal explizit als größter Belastungsfaktor benannt wird? Die Antwort steht auf Seite 59:
"However, the Working Group for this Global Mercury Assessment, in line with its mandate, focused on environmental exposures to mercury and their adverse effects on health, and did not review or assess the potential effects of exposures to elemental mercury vapour from dental amalgams or the possible conversion to other mercury forms in the body. Moreover, the Working Group did not reach any conclusions about whether or not dental amalgams cause adverse effects."
Die Amalgam-Lobby kann aufatmen und zufrieden sein: Die Arbeitsgruppe, die den Report erstellte, sollte sich nur um die Umweltbelastung kümmern und hatte kein Mandat bezüglich Zahnamalgame. Außerdem konnte man sich nicht einigen, ob Amalgam überhaupt schädlich für den Menschen ist.
Indem zusätzlich Amalgam in der Zusammenfassung nicht als Hauptbelastungsquelle genannt wurde, konnte man ziemlich sicher sein, dass der Amalgam-Skandal unentdeckt bleibt. Denn im allgemeinen wird lediglich die Zusammenfassung bzw. überhaupt nur die Pressemitteilung und nicht der gesamte Text einer Studie gelesen; so auch tatsächlich von den landauf, landab berichtenden Medien, die Amalgam gänzlich unerwähnt lassen.
Ein Paradebeispiel, mit welchen Mitteln die Öffentlichkeit (erfolgreich) getäuscht wird. Bravo! Gute Arbeit! Champagner für alle!

Am Rande sei bemerkt, dass eine andere wesentliche iatrogene und oftmals staatlich vorgeschriebene Quelle der Quecksilberbelastung ebenfalls kaum Erwähnung findet: Thimerosal als Konservierungsstoff in Impfstoffen. Damit erhalten vor allem Babies und kleine Kinder den entscheidenden Schlag gegen ihre Gesundheit, entwickeln Autismus
[11] oder das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (Attention deficit disorder) [12] und natürlich das ganze Spektrum der üblichen chronischen Krankheiten. Denn die Dosis, bezogen auf das Körpergewicht, kann vor allem bei mehreren Impfungen hintereinander extreme Ausmaße annehmen [13].

Kurswechsel in der Amalgam-Politik?

Der UNEP-Chef Klaus Töpfer nennt den Bericht "ein klares Signal" und mahnt: "Es muss dringend gehandelt werden - so schnell wie möglich." [7]
Töpfer ist für sein Engagement bekannt. Als seinerzeitiger Bundesumweltminister machte er sich u.a. stark dafür, die Dioxin-Richtwerte im Boden zu erhöhen, um wegen der sonst nicht nutzbaren Böden den Regressansprüchen der Landwirte zu entgehen [3 (S. 240)]. (Das Vorsorgeprinzip heißt in der Interpretation der politischen Klasse offenbar nicht Schutz für die Bürger, sondern Schutz vor den Bürgern.) Für seine umweltpolitischen Verdienste wurde Töpfer vor nicht allzu langer Zeit auf der internationalen politischen Bühne offiziell geehrt - welcher Art diese Verdienste waren, wurde nicht publik.

Im UNEP-Bericht wurde bereits ein Lösungsvorschlag gemacht: Der Verzicht auf Amalgam - wegen der Luftbelastung durch die Krematorien, versteht sich! All die Jahre haben doch unsere Gesundheitsbehörden wie auch die WHO "keinen Handlungsbedarf" gesehen und nun also wird vom UNEP-Chef höchstpersönlich gar Eile geboten. Welch eine Wende!
Freilich wird im UNEP-Bericht der Eindruck vermittelt, die Kontamination von Fisch und Luft sei für den Menschen gefährlicher als die direkte und hohe Quecksilberaufnahme durch inkorporierte Amalgamfüllungen.

Dies gibt Anlass zu argwöhnen, ob hier wieder einmal eine Maßnahme zum Schutz vor den Bürgern getroffen, nämlich der Amalgam-Lobby ein Hintertürchen geöffnet wurde: der Amalgamausstieg nach schwedischem Muster. Schweden verabschiedete sich von Amalgam im Jahr 2001 aus ökologischen, nicht aus humantoxikologischen Gründen. D.h. die Umweltbelastung galt als Ausstiegsgrund, sodass nicht über die toxische Gefahr für den Menschen aufgeklärt wurde. Damit war es den Verantwortlichen möglich, sich ungeschoren aus der Affäre zu ziehen, d.h. ohne juristische und finanzielle Konsequenzen für die seit Jahrzehnten bewusst und billigend in Kauf genommene Gesundheitsschädigung von Millionen Amalgamträgern.
Schon im Jahr 1996 wurde in Deutschland in der juristischen (!) Fachpresse in einem eifernden, die Hoheit der Amalgam-Lobby signalisierenden Artikel - offenbar zur Abschreckung jeglicher juristischer Angriffe - ein möglicher Ausweg angekündigt: "Die deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde hat ein Strategiepapier entworfen, auf dessen Basis ein sanfter Ausstieg aus dem Werkstoff Amalgam - jedoch ohne zeitliche Zielsetzung - möglich werden soll." [14]
Nun also scheint die Zeit zum Rückzug gekommen zu sein und die UN den Weg dafür zu bereiten. Denn die Position der Amalgam-Lobby ist ohne Gesichtsverlust nicht länger haltbar.
In Deutschland hat eine starke Allianz von Wissenschaftlern, Zahn-/Ärzten, Juristen und Patienten akribisch aufgedeckt, dass die Vorgehensweise der Amalgambefürworter nicht mit den Kriterien einer redlichen Wissenschaft und den Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit zu vereinbaren ist, und daher öffentlich ein Amalgam-Verbot gefordert. Zudem hat eine Regierungspartei, Bündnis 90/Die Grünen, einen Beschluss gegen Amalgam gefasst. Es wird eng.
Auch in Frankreich verlangen zwei starke Gruppen, Zahnärzte und Patienten, Aufklärung über Amalgam und dessen Verkehrsverbot [15].
In den USA gibt es eine besonders breite und aktive Anti-Amalgam-Bewegung, wozu auch Abgeordnete und Senatoren gehören. Durch massive Proteste wurden bereits Anhörungen und Diskussionen in wichtigen politischen Gremien sowie die Aufklärungspflicht über die Amalgamrisiken in einigen Bundesstaaten erreicht.
Der Druck auf die Amalgam-Lobby nimmt also international zu.

Sollte man Amalgam tatsächlich auf dem Öko-Schleichweg verschwinden lassen, wäre dies hauptsächlich eine Schutzmaßnahme für die Amalgam-Lobby, weniger für die Bevölkerung. Freilich, wenn keine Amalgamfüllungen mehr gelegt würden, wäre ein Teil der toxischen Gefahr gebannt; besser als nichts. Aber der Rechtsstaatlichkeit und medizinischen Ethik wäre damit nach wie vor nicht Genüge getan.
Denn solange nicht uneingeschränkt über die Gesundheitsgefahren des Amalgams aufgeklärt wird, wird weiterhin horrender Schaden angerichtet: Millionen ahnungsloser Amalgamträger würden weiterhin vergiftet. Zusätzlich geschädigt durch unsachgemäße zahnärztliche Maßnahmen wie das ungeschützte Entfernen von Amalgamfüllungen oder die Kombination von Amalgam mit anderen Dentalmetallen. Die Mehrzahl der Ärzte würde in Unkenntnis der Amalgam-Intoxikation wie bisher Krankheiten fehldiagnostizieren und -therapieren. Wegen der mangelnden versicherungsrechtlichen Anerkennung der Amalgam-Intoxikation gerieten Menschen auch künftig in soziale Not. Ebenso bliebe auch der finanzielle Schaden für unsere Sozialsysteme und die Volkswirtschaft immens.


Fazit

Bekanntlich wird von offizieller Seite immer nur soviel eingestanden, wie nicht länger zu negieren ist. Eine solche Halbwahrheit hat uns jetzt das UNEP-Gremium mit der Feststellung von der gesundheitsbedrohlichen Quecksilberbelastung beschert. Davon kann nun nicht mehr abgerückt werden. Insbesondere auch die Schulmedizin wird dem Rechnung zu tragen haben. In den Hintergrund gedrängt wurde die Tatsache, dass Amalgam die bei weitem grösste Quelle der Belastung mit Quecksilber darstellt. Und völlig verschwiegen wurden die quantitativ wie qualitativ erheblichen Amalgam-Folgeschäden. Interessant ist das Eingeständnis, dass laut Auftrag - von wem auch immer - das Thema Amalgam nicht näher untersucht werden durfte. Dies zeigt, dass die UN entweder selbst nicht an einer wirklich objektiven Darstellung und einem effizienten Schutz der Bürger interessiert oder aber nicht Herr im eigenen Haus ist, also unter dem Einfluss mächtiger Interessengruppen steht.

In jedem Fall wird damit die allbekannte Politik der Heuchelei fortgeführt: Probleme, Unrecht werden kaschiert und dabei der Anschein verantwortungsvollen, humanen Handelns erweckt. Und während dieserart Politik das damit verbundene Leiden und Sterben von Millionen Menschen ungerührt hinnimmt, richtet sie mit dem Nimbus der Tugendhaftigkeit über sogenannte Schurkenstaaten.


Reinhard Lauer, Regina Nowack

Quellen:

1. die tageszeitung vom 04.02.2003, S. 9
2. Bundesministerium für Gesundheit: Amalgam-Füllungen und Amalgam-Ersatz - Informationsblatt Nr. 27-02a, Stand: 24.07.2002
3. Wassermann, O.: Fälschung und Korruption in der Wissenschaft, in: Bultmannn, A., Schmithals, F.: Käufliche Wissenschaft, Knaur, München 1994
4. Bundesärztekammer (Hrsg.): Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung durch Mülldeponien (Siedlungsabfall), ohne Datumsangabe. (Da sich die Stellungnahme auf eine frühere Stellungnahme der Bundesärztekammer von 1993 bezieht, ist anzunehmen, dass die Schrift Mitte/Ende 1990 publiziert wurde.)
5. WHO: Inorganic Mercury, Environmental Health Criteria 118, Genf 1991
6. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: Widerspruchsbescheid an die Stufenplanbeteiligten vom 21.07.1995, Seite 5, 6, jew. m.w.Nw.
7. Internet: http://www.umweltmedizin.de vom 04.02.2003, UNEP: Weltweite Quecksilberbelastung höher als bislang angenommen
8. Bundeszahnärztekammer (Hrsg.): Stellungnahme zum "Kieler Amalgam-Gutachten", Köln 1997, S. 32 m.w.Nw.
9. Internet: http://zahninfo.de/m40.htm, Stand: 19.02.2003
10. Internet: http://www.unep.org/GoverningBodies/GC22/Document/UNEP-GC22-INF3.pdf
11. Bernard, S., Enayati, A., Redwood, L., Roger, H., Binstock, T. (ARC Research, Cranford, New Jersey, USA): Autism: a novel form of mercury poisoning, Medical Hypotheses (2001) 56(4), 462-471,
10 Seiten, 181 Literaturstellen, Internet: http://www.whale.to/a/pdf/Bernard et al 2001.pdf
12. Michael, J., Goldberg, M.D.: Autism Spectrum Disorders, CFIDS and ADD/ADHD: A Medical Epidemic and The Neuro-Immune Connection NIDS, Internet: http://nids.net/pdf/slides1.pdf
13. Langbein, K., Ehgartner, B.: Das Medizinkartell - Die sieben Todsünden der Gesundheitsindustrie, Piper, München Zürich 2002, S. 284
14. Will, Chr. et al.: Amalgam und Arzthaftung, RPG 2/ 1996, S. 96
15. Umweltgift-Report des Karlsruher Patintenverbandes PFAU e.V. 11/1998

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Kontakt:

Reinhard Lauer
Bundesverband der Beratungsstellen für Umweltgifte e. V.
Lorsbachstr. 30
61440 Oberursel

Regina Nowack
SHG Amalgam
c/o SEKIS
Albrecht-Achilles-Str. 65
10709 Berlin

 

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Selbsthilfegruppe AMALGAM

c/o SEKIS (Selbsthilfe Kontakt- und Informations- Stelle,
in Trägerschaft des Paritätischen Wohlfahrtsverbands - Gesamtverband e.V. und Förderung der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales), Albrecht-Achilles-Str. 65, 10709 Berlin


Deutscher Bundestag Nachrichtlich:
Petitionsausschuß - Mitglieder des Dt. Bundestages
Vorsitzende Frau Heidemarie Lüth, MdB - Wissenschaftliche Institutionen
Platz der Republik 1 - Ärzteorganisationen
11011 Berlin - Patienteninitiativen

16.11.2001

Betreff: Beschwerde zum Schreiben des Petitionsausschusses vom 24.10.2001

Bezug: Einstellung des Petitionsverfahrens Pet 2-14-15-2120 (BT-
Drucksache 14/6984) in der Sache AMALGAM

Sehr geehrte Frau Lüth,


die Argumente des Petitionsausschusses in seiner vorbezeichneten Antwort auf unseren Widerspruch zur Einstellung des Petitionsverfahrens gehen in toto an den Tasachen vorbei.

Zur Erinnerung des Vorgangs:

- Die Patienteninitiative ZuG, Hattingen reichte 5/2000 eine Petition in der Sache Amalgam mit zahlreichen Nachweisen zu dessen Gesundheitsgefährdung ein und bat dementsprechend um die Durchsetzung eines Amalgam-Verbots

- Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) bestritt 9/2000 in einem Schreiben an den Petitionsausschuß die nachgewiesene Gesundheits-schädlichkeit des Amalgams

- Die SHG Amalgam, Berlin schloß sich 12/2000 der Petition an und widerlegte anhand umfangreicher wissenschaftlicher Literatur die Aussagen des BMG. Des weiteren wurde nach-gewiesen, daß sich das BMG auf die Aussagen von in Diensten von Zahnärzte-schaft und Industrie stehenden Wissen-schaftlern stützte, die öffentlich der Daten-fälschung überführt sind. Es wurde beantragt, aufgrund der Beweislage für die Kausalität Amalgam ein Amalgam-Verbot zu erwirken und einen Untersuchungsausschuß im Hinblick auf die Desinformationspolitik des BMG einzusetzen

Die SHG Amalgam, Berlin wies 4/2001 weitere massive Desinformationen seitens der Bundesgesundheitsbehörden nach. Die bereits gestellten Anträge wurden wiederholt

- Der Petitionsausschuß schloß 9/2001 das Verfahren "unter Berücksichtigung" eben jener auf Wissenschaftsfälschung basierenden Fehlinformationen des BMG unverrichteter Dinge ab und trug eine Begründung vor

- Die SHG Amalgam, Berlin legte 10/2001 Widerspruch ein, daß der Petitions-ausschuß die nachweislichen Desinformationen des BMG berücksichtigt und die zahlreichen dargelegten Beweise für die Schädlichkeit des Amalgams ignoriert hatte. Des weiteren wurde die Begründung des Petitionsausschusses in allen Punkten als sachlich unzutreffend nachgewiesen. Die bereits gestellten Anträge wurden wiederholt.


Wenn nun also der Petitionsausschuß vorträgt, er habe eine "sachliche Prüfung" durchgeführt, die Petition sei "ordnungsgemäß beschieden" und unser Widerspruch enthalte "keine neuen entscheidungserheblichen Gesichtspunkte", womit wir keinen Anspruch auf die Fortführung des Verfahrens hätten, so entspricht dies schlicht nicht der Wahrheit.
Wenn der Petitionsausschuß nachweisliche Desinformationen zur Grundlage seiner Entscheidung macht, kann von einer sachlichen Prüfung, von einem ordnungsgemäß geführten Verfahren nicht die Rede sein. Ebenso unkorrekt ist die Behauptung von entscheidungsunerheblichen Argumenten unsererseits, nachdem wir in unserem Widerspruch die Entscheidungsbegründung des Petitionsausschusses als sachlich unzutreffend nachgewiesen haben.

Es kann in einem Rechtsstaat nicht sein, daß Regierungsvertreter a priori Recht bekommen, auch wenn sie nachweislich im Unrecht sind - und dies sogar tun. Der Petitionsausschuß betriebe damit eine Demontage der Demokratie und trüge in der Konsequenz im konkreten Fall die Verantwortung für das Leiden und Sterben von Millionen Menschen.

Wir appellieren an Ihre Integrität und fordern erneut mit allem Nachdruck ein rechtsstaatliches Vorgehen und damit, daß gemäß der Beweislage unseren Anträgen stattgegeben wird.


Mit freundlichen Grüßen

(Regina Nowack)

Anlage von Regina Nowak zum e-mail vom 27.11.02 pet.bun 'BESCHLUE:PDF':

- 51 - AnI. 1 z. Prot. 14/68
noch Pet 2-14-15-2120-030022a


Das Vorbringen der Petentin enthält nach Auffassung des Petitionsausschusses
keine neuen entscheidungserheblichen Tatsachen oder Gesichtspunkte. Der Petiti-onsausschuss
sieht daher keinen Anlass zu empfehlen, von dem Beschluss des
Deutschen Bundestages vom 27.09.2001 abzuweichen.
Der Petitionsausschuss empfiehlt, das Petitionsverfahren abzuschließen, weil dem
Anliegen der Petentin nicht entsprochen werden kann.
Im Übrigen sieht der Petitionsausschuss keine Veranlassung für die Einsetzung ei-nes
Untersuchungsausschusses in dieser Angelegenheit.
Weitere Zuschriften in dieser Angelegenheit wird der Petitionsausschuss nicht mehr
beantworten. Der Ausschussdienst ist angewiesen, derartige Zuschriften unbeant-wortet
zu den Akten zu nehmen.

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Selbsthilfegruppe AMALGAM

c/o SEKIS (Selbsthilfe Kontakt- und Informations- Stelle,
in Trägerschaft des Paritätischen Wohlfahrtsverbands - Gesamtverband e.V. und Förderung der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales), Albrecht-Achilles-Str. 65, 10709 Berlin


Deutscher Bundestag Nachrichtlich:
Petitionsausschuß - Mitglieder des Dt. Bundestages
Vorsitzende Frau Heidemarie Lüth, MdB - Wissenschaftliche Institutionen
Platz der Republik 1 - Ärzteorganisationen
11011 Berlin - Patienteninitiativen


17.10.2001


Betr.: Widerspruch zur Einstellung des Petitionsverfahrens Pet 2-14-15-2120 (BT-
Drucksache 14/6984) in der Sache AMALGAM
Ihr Schreiben vom 27.09.2001

Sehr geehrte Frau Lüth


Ihre Nachricht und die übermittelte Beschlußempfehlung des Petitionsausschusses mit dem Inhalt, daß das Petitionsverfahren unverrichteter Dinge abgeschlossen wurde, ist uns äußerst befremdlich. Wir erheben Widerspruch, den wir wie folgt begründen:

1.
Unvollständig ist die Angabe des Petitionsausschusses, mit unserer Eingabe sei lediglich ein Amalgam-Verbot gefordert gewesen.
Wir hatten des weiteren beantragt, aufgrund der nachweislichen Desinformationspolitik der Bundesgesundheitsbehörden in der Sache Amalgam zur Wahrung der Rechtsstaatlichkeit einen unabhängigen Untersuchungsausschuß zurAufarbeitung dieses Mißstands einzusetzen und entsprechende personelle Konsequenzen zu veranlassen.


2.
Unzutreffend ist die Behauptung des Petitionsausschusses, ein Amalgam-Verbot könne nicht befürwortet werden, weil es "an qualitativ gleichwertigen Alternativmaterialien" fehle (S. 162).
De facto gibt es diese Alternativmaterialien, was auch der stellvertretende Vorsitzende der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, Peter Kuttruff, mit den Worten betonte:
"Die Zahnärzteschaft hängt nicht am Amalgam. Denn es gibt eine Vielzahl moderner alternativer Zahnfüllmaterialien" [1].

Da die Alternativmaterialien ein weit geringeres toxisches Risiko bergen, müssen sie selbstverständlich vor dem hochtoxischen Amalgam Präferenz haben.


3.
Nicht den Tatsachen entspricht die Angabe des Petitionsausschusses, daß durch Amalgamfüllungen "zumindest in Einzelfällen" gesundheitliche Beeinträchtigungen entstehen können.
Wir hatten mit Schreiben vom 04.12.2000, S. 27-31 ausführlich nachgewiesen, daß es eine relevante Anzahl von konkreten Schadensfällen gibt, de facto millionenfach.

Rechtlich reicht bei dem Umstand, daß viele Menschen potentiell gefährdet werden und das eventuelle Schadensausmaß sehr hoch sein kann, schon die bloße Wahrscheinlichkeit oder auch nur die Möglichkeit eines Schadenseintritts aus für die Begründung der Gefahrenlage [2] und damit für ein Verkehrsverbot eines Arzneimittels/Medizinprodukts wie Amalgam. Gesundheitsschädigungen müssen nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zu Artikel 2 (2) des Grundgesetzes "mit hinreichender Sicherheit" ausgeschlossen sein. Dies ist bei Amalgam nachweislich nicht der Fall.


4.
Daß sich der Petitionsausschuß "für eine Vermeidung von Amalgam, wann immer es möglich ist", ausspricht, ist leider zum einen im Hinblick auf ein gebotenes Amalgam-Verbot nicht adäquat, zum anderen aber selbst hinsichtlich einer reduzierten Anwendung von Amalgam nicht effektiv.
Der Bundesrat hatte bereits mit Beschluß vom 29.04.1994 (Drucksache 149/94) die Bundesregierung gebeten, daß die Verwendung von Quecksilber, darunter Amalgam, "auf das unbedingt notwendige Maß reduziert wird." Leider ohne Erfolg, denn Amalgam ist bis heute die Regelversorgung für Kassenpatienten, d.h., daß die breite Masse der Bevölkerung ohne - gebotene - Aufklärung über die hohen und häufigen Risiken des Amalgams diesen Gefahren zwangsweise ausgesetzt wird.
Demnach muß die Bundesregierung nun mit allem Nachdruck vom Petitionsausschuß aufgefordert werden, zur Wahrung der Rechtsstaatlichkeit konsequent diese Gesundheitsschädigung zu unterbinden.


5.
Die Feststellung des Petitionsausschusses, "die Behandlungsmöglichkeiten für derartig [Amalgam-] Erkrankte dringend weiterzuentwickeln, geht an den Tasachen vorbei.
Es gibt derzeit etliche effektive Behandlungsmöglichkeiten (auch schulmedizinischer Art), deren (moderate) Kosten aber von den Krankenkassen nicht übernommen werden. Damit handeln die Krankenkassen der Rechtslage zuwider, wonach Patienten Anspruch auf Behandlung aller Erkrankungen unabhängig von deren Ursache haben. Dies gilt selbstverständlich umso mehr, als die Amalgamvergiftung nicht von Patienten, sondern von unserem Gesundheitswesen verschuldet ist.

Es besteht also gar kein vordringlicher Bedarf zu weiterer Forschung, die unnütz öffentliche Gelder kosten und die Problemlösung vertagen würde. Die medizinischen Fakten sind längst geklärt und es ist allerhöchste Zeit zu handeln.


6.
Nicht nachvollziehbar ist uns die Angabe des Petitionsausschusses, daß dieser die Gespräche zwischen Vertretern der Bundesgesundheitsbehörden und von Patienteninitiativen Amalgamgeschädigter "begrüßt", womit er unsere "Eingabe nicht zu unterstützen" vermag.
Wir hatten mit Schreiben vom 04.12.2000 umfangreich nachgewiesen, daß der derzeitige Referatsleiter für Amalgam beim Bundesgesundheitsministerium, Herr Will, in toto wider den wissenschaftlichen Erkenntnisstand argumentiert hat, sich auf führende Amalgambefürworter berufen hat, die öffentlich der Wissenschaftsfälschung überführt sind, und damit den Petitionsausschuß sowie die Petenten massivst desinformiert hat. Eben weil mit den Bundesgesundheitsbehörden eine sachgerechte Behandlung des Themas Amalgam seit Jahren und Jahrzehnten unmöglich ist und diese damit ihrem gesetzlichen Auftrag, die Bevölkerung vor Gesundheitsgefahren zu schützen, nicht nachkommen, hatten wir uns an den Petitionsausschuß gewandt.
Da ist es nun tatsächlich unfasslich, daß der Petitionsausschuß "unter Berücksichtigung" eben dieser nachweislichen Desinformationsschrift des Herrn Will vom Bundesministerium für Gesundheit zu seinem für Amalgampatienten abschlägigen "Ergebnis der parlamentarischen Prüfung" gekommen ist. Damit heißt der Petitionsausschuß Wissenschaftsfälschung gut und stützt sein Urteil auf eben diese. Das kann nicht sein.

Zu Ihrer Information sei angemerkt, daß, wie zu erwarten war, die Bundesgesundheitsbehörden und die amalgambefürwortenden zahnärztlichen Standesorganisationen auch im weiteren Verlauf der o.g. Gespräche auf ihrem, dem wissenschaftlichen Erkenntnisstand widersprechenden Standpunkt beharrt haben.


7.
Der Petitionsausschuß hat leider nichts dazu beigetragen, um diesen nachgewisenen verheerenden Mißständen entgegenzuwirken. Damit wird die Rechtsstaatlichkeit nicht gewahrt. Wir machen noch einmal mit allem Nachdruck darauf aufmerksam, daß es hierbei um Menschenleben geht, unser höchstes Rechtsgut, das es zu schützen gilt.

Wir fordern daher den Petionsausschuß erneut auf, unverzüglich die Mißstände in den Bundesgesundheitsbehörden aufzuarbeiten und in Einhaltung der Menschenrechte ein Amalgam-Verbot zu erwirken.


Mit freundlichen Grüßen

(Regina Nowack)

Quellen:
[1] Stuttgarter Nachrichten vom 29.01.1999, Interview von Redakteur Wolfgang Molitor mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, Peter Kuttruff
[2] Krahn-Zembol W.: Ohne Recht kein Kläger, Zeitschrift für Umweltmedizin 6/1999, S. 336

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ENTWURF 25.10.2002

Antrag auf Beschlußfassung

Der AB Umwelt und Gesundheit hat auf seiner letzten Sitzung am 08.092002 einstimmig folgenden Beschluß gefaßt:
Der AB protestiert gegen die nachfolgend genannten politischen und rechtlichen Fehl-entschei-dungen. Er fordert das GP auf, seinerseits einen Beschluß zu fassen und öffentlich Stellung zu den Mißständen zu nehmen und dagegen vorzugehen.


1.
EU-Verbot von effektiv dosierten Vitalstoffsupplementen

Der Nährstoff-gehalt unserer Lebensmittel ist in den letzten Jahren und Jahrzehnten dramatisch gesunken, sodaß auch bei so genannter ausgewogener Kost keine optimale Versorgung mehr gewährleistet ist, wie u.a. auch die WHO und die EU-Kommission feststellten. Immer mehr Bürger haben dafür ein Bewußtsein entwickelt und konsumieren deswegen hoch (ausreichend) dosierte Nahrungs-ergänzungsmittel (Vitamine, Mineralien, Spuren-elemente etc.). Daran jedoch werden sie künftig durch ein EU-Gesetz gehindert werden.

Die EU-Kommission hat - mit Unterstützung des Bundesinstituts für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin - angeblich aus Gründen des Verbraucher-schutzes trotz millionenfacher Proteste von EU-Bürgern am 13.03.2002 das Gesetz zu Vitalstoffsupplementen verabschiedet. Danach dürfen innerhalb der EU nur noch extrem niedrig dosierte Präparate in Verkehr sein und keine Aussagen zu deren positivem Gesundheits-effekt gemacht werden (den sie so unzureichend dosiert auch tatsächlich nicht mehr haben). Zusätzlich sind für die Hersteller ein Zulassungs-verfahren (von Experten geschätzt: ca. € 100.000 pro Produkt) sowie klinische Studien Pflicht. Damit ist dem Verbraucher eine ausreichende Vitalstoffversorgung mit Supplementen und den kleinen und mittel-ständischen Herstellungsbetrieben deren Produktionsmöglichkeit genommen worden. Denn die kostenintensiven (wie im Arznei-mittelrecht geforderten) Zulassungs-verfahren und (überflüssigen, weil in der Orthomolekularmedizin längst geführten) Studien zu Wirksamkeit und Anwendungssicherheit werden sich diese Unternehmen kaum leisten können. Dies kommt der finanzstarken Pharma-industrie zugute, die den wachsenden Trend zu Naturheil-mitteln erkannt hat und bereits mit "Nutraceuticals" (einer Kombination ineffektiv dosierter und kombinierter Nahrungs-ergänzungsmittel (Nutrions) und pharmazeutischer Zusatzstoffe) auf den Markt drängt.

Der freie Warenverkehr von Tabak, Alkohol oder auch Tausenden von Medikamenten, für die es weder einen Nachweis der Wirksamkeit noch der Unbedenk-lichkeit gibt, wurde von den Behörden freilich nicht eingeschränkt.

Der AB Umwelt und Gesundheit protestiert gegen diese Einschränkung der bürger-lichen Freiheit. Gemäß dem Selbstbestimmungrecht muß es jedem überlassen bleiben, ob und in welcher Dosierung er Nahrungsergänzungsmittel konsumieren will. Das Verbot der EU-Kommission ist aufzuheben.


2.
Beschluß des Bundesverfassungsgerichts pervertiert das Recht

Die 3. Kammer des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) hat mit Beschluß vom 28.02.2002 [1] (im Rahmen eines Verfahrens in Sachen Mobilfunk) u.a. folgendes festgestellt:

· Solange keine generelle Kausalität von Umweltschädigungen "wissenschaftlich allgemein anerkannt" ist, sind konkrete Überprüfungen durch Verwaltungs-behörden und eine Beweiserhebung durch Gerichte nicht erforderlich.

· "Wissenschaftlich allgemein anerkannt" heißt nach Maßgabe des BVerfG, daß "staatliche Institutionen" bzw. "anerkannte Stellen" bestätigen, daß ein solcher wissenschaftlicher Erkenntnisstand besteht.

· Ein entsprechender wissenschaftlicher Erkenntnisstand ist auch erst dann gegeben, wenn eine "abgeschlossene Forschung" vorliegt.

Mit diesen Vorgaben sind Grenzwerte und Schädigungen im Bereich Umweltmedizin grundsätzlich nicht mehr justitiabel.
Die Behörden, die grundsätzlich industriefreundlich die Grenzwerte festlegen - oft übereilt, ohne ausreichende Kennt-nisse in der Wissenschaft abzuwarten - (z.B. im Bereich Mobilfunk), sind nun ermächtigt, allein über die Anerkennung kritischer, gar gegenteiliger wissenschaftlicher Ergebnisse als allgemeingültig zu entscheiden. Damit stellt die Justiz die Überprüfung von Umweltproblematiken ausschließlich in das Ermessen politischer Institutionen. Jene Institutionen also, deren oftmals rechtswidriges Vorgehen gerade durch die "dritte Gewalt", die Justiz, überprüft werden soll.
Ebenso verhält es sich mit anderen "anerkannten Stellen". Im umweltmedizinischen Bereich sind dies ausschließlich mächtige Lobbyverbände.

Auch die Auflage der "abgeschlossenen Forschung" unterhöhlt das Recht. Eine solche Forschung kann nur dann vorliegen, wenn sie auch finanziert wird. Die systematische Forschung im umwelt-medizinischen Bereich unterbleibt aber bzw. wird oft verzögert, womit eine Überprüfung von Grenzwerten systematisch verhindert wird. (Forschung wird in der Regel von Industrie und Politik, also den Schadensverursachern finanziert.)

So nimmt die Fehl-entwicklung immer unkontrollierter ihren Lauf. Selbst massive und massenhafte Schadensfälle, deren Kausalität durch zahlreiche Experten nachgewiesen wird, können nun ganz "legal" von den Behörden negiert werden. Damit werden verhindert:

· die Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen

· Strafverfolgung der Schadens-verursacher

· versicherungs-recht-liche Leistungen (Renten-, Krankenkasse etc.)

· objektive Überprüfung von Schadenspotentialen (Grenzwerten)

· Aufhebung der weiteren Gefährdung von Mensch und Umwelt.


Dieser Beschluß der 3. Kammer des BVerfG ist für andere Gerichte rechtlich zwar nicht bindend (im Gegensatz zu Entscheidungen des BVerfG selbst), aber es ist davon aus-zugehen, daß Behörden und Gerichte dennoch danach handeln werden.
Der aktuelle Beschluß steht im Widerspruch zu bindenden Grundsatz-entscheidungen des BVerfG aus früherer Zeit. Beispielsweise im Kalkar-Beschluß [2] heißt es u.a.: lediglich die "mit den Mitteln der praktischen Vernunft nicht ausschließbare[n] Rest-risiken" seien als sozial adäquat hinzunehmen.
Auch dem Europäischen Recht läuft der Kammerbeschluß des BverfG zuwider. In ein-schlägigen Erklärungen des Europäischen Rates in Nizza [3] und der Europäischen Kommission [4] zum Vorsorgeprinzip heißt es, daß

· das Vorsorgeprinzip bis in die untersten Behörden der Mitgliedsstaaten gilt,

· besonders bei Unsicherheiten bzgl. der wissenschaftlichen Bewertung von Gefahren für die Gesundheit anzuwenden ist,

· die nach dem Vorsorgeprinzip getroffenen Maßnahmen jeweils den neuesten wissenschaftlichen Entwicklungen und der Entwicklung des angestrebten Schutzniveaus Rechnung zu tragen haben,

· bei der Risikobewertung auch Minderheiten-Positionen angemessen zu berücksichtigen sind.


Ebenso weist der Rat von Sachverständigen für Umweltfragen (RSU) auf die staatliche Pflicht zum Schutz der menschlichen Gesundheit hin. Der Sachverständigenrat betont, daß "die Empfindlichkeit typischer Risikogruppen (...) bei der Normenfestsetzung einbezogen werden" müsse, da sich Grenzwerte auf den "durchschnittlich gesunden Menschen" beziehen, was eine Benachteiligung einzelner Gruppen wie Kinder, Kranker oder empfindlicher Menschen darstellt [5].
Gleichfalls erklärte der RSU, daß prinzipiell bei Untersuchungen zur Frage von Gesund-heits-störungen durch Umwelt-noxen einer Studie, die einen Zusammenhang belegen kann, mehr Gewicht beizumessen ist als einer Studie, die keinen Zusammenhang nachweist [6].
All diese Bestimmungen werden von der Politik ignoriert.

Der AB Umwelt und Gesundheit protestiert gegen die Pervertierung des Rechts durch die 3. Kammer des BVerfG. Das Urteil ist zu revidieren. Es sind Gremien unabhängiger, kompetenter Experten zu schaffen, die über die Relevanz von Gefährdungspotentialen ent-scheiden.


gez. Regina Nowack und Kathrin Otte
(Sprecherinnen des AB Umwelt und Gesundheit)


Quellen:

1. BverfG (3. Kammer des 1. Senates), Beschluß vom 28.02.2002, Az.: 1 BvR 1676/01, NJW 2002, S. 1638ff; noch nichtrechtskräftig, da eine Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte erfolgt
2. Kalkar-Beschluß, BverfG 49, 89ff.
3. Europäischer Rat (Nizza): Schlußfolgerungen des Vorsitzes, 7.-9. Dez. 2000, Anlage III: Entschließung des Rates über die Anwendbarkeit des Vorsorgeprinzips; (www.europa.eu.unt/council/off/conclu/dec2000/dec2000_de.htm)
4. EU-Kommission: Mitteilung die Anwendbarkeit des Vorsorgeprinzips betreffend, KOM (2000) 1, endgültige Version; www.europa.eu.unt/eur-lex/de/com/cnc/2000/com2000_001de01.pdf)
5. Rat von Sachverständigen für Umweltfragen (RSU): Umwelt und Gesundheit - Risiken richtig einschätzen, Sondergutachten, abgedr. Als Bundestagsdrucksache 14/2300 vom 15.12.1999, ebenso: RSU: Umwelt-gutachten 2000 vom 14.03.2000, Bundestagsdrucksache 14/3363
6. Rat von Sachverständigen für Umweltfragen: Umweltgutachten 1987, Nr. 1713

 

AB- Umwelt: Info 4

EU-Verbot von effektiv dosierten Vital-stoffsupplementen
Der Nährstoff-gehalt unserer Lebensmittel ist in den letzten Jahren und Jahrzehnten drama-tisch gesunken, sodaß auch bei so genannter ausgewogener Kost keine optimale Versorgung mehr gewährleistet ist, wie u.a. auch die WHO und die EU-Kommission feststellten. Immer mehr Bürger haben dafür ein Bewußtsein entwickelt und konsumieren deswegen hoch (ausreichend) dosierte Nahrungs-ergänzungsmittel (Vitamine, Mineralien, Spuren-elemente etc.). Daran jedoch werden sie künftig durch ein EU-Gesetz gehin-dert werden.

Die EU-Kommission hat - mit Unterstützung des Bundesinstituts für gesundheitlichen Ver-braucherschutz und Veterinärmedizin - angeblich aus Gründen des Verbraucher-schutzes trotz millionenfacher Proteste von EU-Bürgern am 13.03.2002 das Gesetz zu Vitalstoffsupplemen-ten verabschiedet. Danach dürfen innerhalb der EU nur noch extrem niedrig dosierte Präparate in Verkehr sein und keine Aussagen zu deren posi-tivem Gesundheits-effekt gemacht werden (den sie so unzureichend dosiert auch tatsächlich nicht mehr haben). Zusätzlich sind für die Her-steller ein Zulassungs-verfahren (von Experten geschätzt: ca. € 100.000 pro Produkt) sowie kli-nische Studien Pflicht. Damit ist dem Verbrau-cher eine ausreichende Vitalstoffversorgung mit Supplementen und den kleinen und mittel-ständischen Herstellungsbetrieben deren Pro-duktionsmöglichkeit genommen worden. Denn die kostenintensiven (wie im Arznei-mittelrecht geforderten) Zulassungs-verfahren und (überflüs-sigen, weil in der Orthomolekularmedizin längst geführten) Studien zu Wirksamkeit und Anwen-dungssicherheit werden sich diese Unternehmen kaum leisten können. Dies kommt der finanzstar-ken Pharma-industrie zugute, die den wachsen-den Trend zu Naturheil-mitteln erkannt hat und bereits mit "Nutraceuticals" (einer Kombination ineffektiv dosierter und kombinierter Nahrungs-ergänzungsmittel (Nutrions) und pharmazeuti-scher Zusatzstoffe) auf den Markt drängt.
Der freie Warenverkehr von Tabak, Alkohol oder auch Tausenden von Medikamenten, für die es weder einen Nachweis der Wirksamkeit noch der Unbedenk-lichkeit gibt, wurde von den Behör-den freilich nicht eingeschränkt.


Die aktuelle Risikobewertung des Zahnamal-gams durch die Bundes-gesund-heitsbehörden
"Keinen Handlungsbedarf" sehen die Bundes-gesundheitsbehörden auch hinsichtlich des nachweislich gesundheitsschädlichen Amalgams.
In einem jüngsten Entwurf einer Informations-schrift zu Amalgam geht das federführende Bundeinstut für Arzneimittel und Medizinprodukte wie bisher mit seinen Ausführungen nachweis-lich wider besseres Wissen im wesentlichen an den Tatsachen vor-bei. Wichtige Fakten werden nicht benannt, Sachverhalte einseitig, ungenau oder unkorrekt dar-gestellt. Damit wird die Öffentlichkeit wie bisher des-informiert, wodurch in der Konsequenz weiterhin zahlreiche Menschen zu gesundheitlichem Schaden kommen.
Patientenorganisationen und der Deutsche Berufsverband der Umweltmediziner haben ge-gen diese Desinformationschrift Protest erhoben und die Behörden aufgefordert, endlich ihrem gesetzlichen Auftrag nachzukommen und die Öffentlichkeit uneingeschränkt über die hohen und häufigen Risiken des Amalgams aufzuklären und umfassend davor zu schützen.

Spezifische diagnostische Laborparameter bei MCS (Multiple Chemikalien Sensitivität)
Unabhängigen Wissenschaftlern ist ein wich-tiger Schritt hinsichtlich der Diagnose der MCS gelungen. In einer Studie konnte bei MCS-Patienten im Gegensatz zu den Kontroll-personen eine ausgeprägte inflammatorische Dysregulation des Immunsystems nachgewiesen werden. Neben dem bei MCS-Patienten schon vor einer Schadstoff-exposition stark erhöhten Zytokin IL-10 hat sich nach einer Schadstoffbelastung als immunologisches Charakteristikum der Chemikalien-überempfindlichkeit die deutliche Dominanz des Zytokins IFN-gamma herausgestellt. Ein the-rapeutischer Ansatzpunkt bei dieser chronischen Entzündung könnten niedrigdosiertes Me-thotrexat (ein Derivat der Folsäure), Antioxidanti-en sowie N-Propyl-Gallat (ein synthetisches, po-lyhydriertes Phenol aus der Familie der Gallen-säureester) als wirkungsvoller Radikalfänger sein.
(Weitere Infos: Priv.-Doz. Dr.med. Wilfried P. Bieger, Immumed GmbH, Goethestr. 4, 80336 München, Tel.: 089/54 32 17-0)

Mit diesen spezifischen diagnostischen Mar-kern kann erfreulicherweise der offiziellerseits praktizierten Psychiatrisierung von MCS-Patienten entgegengewirkt werden.
Regina Nowack


3/2002
RESOLUTION zum Zahnfüllstoff AMALGAM
Wir fordern angesichts der Beweisfülle für die Gesundheitsschädlichkeit
des Amalgams alle politischen und medizinischen Kräfte auf, sich zur
Wahrung der Menschenrechte und des Gemeinwesens einzusetzen für:
- das strikte Verkehrsverbot von Amalgam
- die uneingeschränkte Aufklärung über die Risiken von Amalgam
- die offizielle Anerkennung der Amalgam-Intoxikation

A. Prolog
1. Quecksilber (Hg) - auch in Zahnamalgam, aus dem ständig Hg freigesetzt und
vom menschlichen Organismus aufgenommen wird - gehört zu den Gefahr-stoffen.
Die Gefahrstoffverordnung bezeichnet Quecksilberverbindungen als "sehr
giftig" (1). Als "sehr giftig" werden gemäß § 4 Ziff. 6 der Gefahrstoffverordnung
Stoffe bezeichnet, die "in sehr geringen Mengen bei Einatmen oder Verschlucken
oder Aufnahme über die Haut zum Tode führen oder akute oder chronische
Gesundheitsschäden verursachen können" (2).

2. Grundsätzlich gibt es keinen Wirkungsschwellenwert für Hg, unterhalb dessen
gesundheitsschädigende Wirkungen ausgeschlossen sind - wie u.a. auch eine
Kommission des Bundesumweltamtes feststellte (3, 4) - , da die individuelle
Empfindlichkeit gegenüber Hg äußerst verschieden ist. Die Hg-Abgabe aus
Amalgamfüllungen liegt z.T. aber sogar weit über den von internationalen und
nationalen Gesundheitsbehörden festgesetzten Grenzwerten (5) .

3. In der wissenschaftlichen Literatur ist die Gesundheitsschädlichkeit von Amalgam
in ca. 17.000 Publikationen dokumentiert (6). Das sind weit mehr Veröffent-lichungen
als zu jeder anderen Erkrankung.

4. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main stellte aufgrund ihrer umfassenden
Ermittlungen in ihrer Verfügung vom 31.05.1996 fest, "daß Zahnamalgam auch
bei bestimmungsgemäßem Gebrauch generell geeignet ist, in einer relevanten
Anzahl von Fällen die Gesundheit von Amalgamträgern zu schädigen" (7).

5. Der Deutsche Bundesrat forderte in einer Entschließung vom 29.4.1994 die
Bundesregierung auf, darauf hinzuwirken, daß die Verwendung von Quecksilber
"auf das unbedingt notwendige Maß reduziert" wird und führte zur Begründung
aus:
"Quecksilber und fast alle seine Verbindungen sind für Mensch und Umwelt
gefährlich. Nach ihrer Aufnahme führen sie beim Menschen zu chronischen
Erkrankungen der Nieren und zu irreversiblen Nervenschädigungen. (...) In zahl-reichen
Anwendungsgebieten ist die Verwendung von Quecksilber und seinen Ver-bindungen
daher rückläufig oder bereits verboten. (...)
Verbote des Einsatzes gamma-2-haltiger Amalgame oder Beschränkungen bei der
Anwendung von Amalgam bei bestimmten Bevölkerungs- und Risikogruppen (...)
sind als Maßnahmen unzureichend" (8).

6. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) informierte
in seinen Bescheiden an die Pharmazeutischen Unternehmer/Stufenplanbeteiligten
ausdrücklich unter Berufung auf den "wissenschaftlichen Erkenntnisstand" über
"die möglicherweise ernsten Gefahren aufgrund der mit der Anwendung von
Amalgamen einhergehenden Quecksilberbelastung" (9) sowie über "die
chronischen Intoxikationen - wie sie im Niedrigdosisbereich durch Amalgam-füllungen
auftreten können" (10).

7. Ebenso amtlich bestätigt wurde die "Amalgam-Intoxikation" durch deren
Aufnahme in den im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums erstellten
kassenarztrechtlichen Diagnosekatalog (11) und zwar ausdrücklich als
"unerwünschte Nebenwirkung eines Arzneimittels (...) bei ordnungsgemäßer
Verabreichung" (12).

8. Die Human-Biomonotoring-(HBM)-Kommission des Umweltbundesamtes stellte
fest, daß ca. 1-4 % der Bevölkerung auch unterhalb der festgelegten HBM-Werte
empfindlich gegenüber Quecksilber reagieren (4).

9. Tatsächlich wird eine Vielzahl von Amalgam-Schadensfällen in der BRD bereits
von sachkundigen Ärzten therapiert (13).

10. Jeder Zahnarzt versorgt ca. 400 (!) Ärzte mit Folgekrankheiten durch Amalgam
und Palladium-Basis-Legierungen (14).

11. Durch Fehldiagnostik und -therapie der chronischen Quecksilberbelastung
werden weltweit direkte Kosten von mehreren Billionen Dollar (!) verursacht. Die
indirekten Kosten durch Arbeits- und Produktionsausfälle sollen diese Summe
verzehnfachen (15).

12. Studienergebnissen der nordischen Länder in den neunziger Jahren zufolge wäre
ein Drittel der Gesamtkosten des Gesundheitssystems (!) vermeidbar, wenn
Amalgam nicht mehr verwendet würde, da sie durch Folgeschäden von Amalgam
entstehen (16, 17). Die Daten sind wahrscheinlich mit denen in der BRD vergleich-bar.

13. Jährlich kommen ca. 20 Tonnen Quecksilber (allein in den alten Bundesländern)
durch deutsche Zahnärzte zum Einsatz (18), wodurch Millionen Menschen direkt zu
Schaden kommen. Darüber hinaus wird durch dieses Tun auch fortwährend die
Umwelt belastet durch Sondermülldeponien, Krematorien und Friedhöfe. Diese
Boden- und Luftbelastung geht wiederum auf die Nahrungskette und damit
abermals auf den Menschen über.

Demnach stehen Risiko und Nutzen von Dentalamalgam in keinem vertretbaren Verhältnis
zueinander: Einerseits der Erhalt eines von Karies bedrohten Zahns und andererseits eine
schwere Schädigung von Mensch, Umwelt sowie unserer Sozialsysteme und unserer
Volkswirtschaft. Dies ist - insbesondere da es u.a. auch nach Aussage der Kassenzahn-ärztlichen
Bundesvereinigung "eine Vielzahl moderner alternativer Zahnfüllmaterialien"
zu Amalgam gibt (19) - inakzeptabel.
Rechtlich reicht bei dem Umstand, daß viele Menschen potentiell gefährdet werden und
das eventuelle Schadensausmaß sehr hoch sein kann, schon die bloße Wahrscheinlichkeit
oder auch nur die Möglichkeit eines Schadenseintritts aus für die Begründung der
Gefahrenlage (20) und damit für ein Verkehrsverbot eines Arzneimittels/Medizinprodukts
wie Amalgam. Gesundheitsschädigungen müssen nach der Rechtsprechung des Bundes-verfassungsgerichts zu Artikel 2 (2) des Grundgesetzes "mit hinreichender Sicherheit"
ausgeschlossen sein. Dies ist bei Amalgam nachweislich nicht der Fall.
Daher sind aus rechtsstaatlichen Gründen zwingend unverzüglich die folgenden
Konsequenzen zu ziehen.

B. Forderungskatalog
1. Sofortiges Amalgam-Verbot

2. Uneingeschränkte Aufklärung über die Amalgamrisiken sowie über Diagnose-und
Therapiemöglichkeiten der Amalgam-Intoxikation
2.1 der Bevölkerung
2.2 der Zahn-/Ärzteschaft
— Nachweis regelmäßiger Fortbildung bzgl. Diagnose-/ Therapieverfahren
— Aufnahme der Thematik "Amalgam-Intoxikation" in den Lehrplan der
medizinischen Fakultäten (inkl. Biochemie, Toxikologie, Umweltmedizin,
Ernährungswissenschaft)

3. Offizielle Anerkennung der Amalgam-Intoxikation durch:
Behörden, Kranken-, Rentenkassen, Versorgungsämter, Zahn-/Ärztekammern und
andere Institutionen mit der Konsequenz der versicherungsrechtlichen Gleich-stellung
der Amalgam-Intoxikation mit anderen Erkrankungen:
3.1 Kostenübernahme der Krankenkassen für Diagnose- und Therapiemaßnahmen:
— Entfernung von Amalgamfüllungen unter ausreichenden Schutz-maßnahmen
— Ersatzrestaurationen mit Alternativmaterialien (Zement, Kompositen),
individuell auszutesten
— Ggf. Kiefersanierung bei evtl. bestehenden Schwermetallherden (operative
Beseitigung, Laboranalysen des Wundmaterials zur Verlaufskontrolle)
— Systemische Entgiftungstherapie mit geeigneten schul- oder alternativ-medizinischen
Methoden ggf. unter laborchemischer Kontrolle der
Giftausscheidung.
3.2 Anerkennung von Berufs-/Erwerbsunfähigkeit/Schwerbehinderung/
Pflegebedürftigkeit etc. aufgrund einer amalgaminduzierten Erkrankung

4. Finanzierungskonzept
4.1 Einsparung bei den Krankenkassen wegen des drastischen Rückgangs von
Folgeerkrankungen durch Amalgam

5. Bildung eines Gremiums mit ausgewiesenen seriösen Wissenschaftlern, Ärzten,
Juristen, Patienten... zur:
5.1 Überprüfung von offiziellen umweltmedizinischen Einrichtungen,
zahnärztlichen Vereinigungen und anderen zur Lobby der Amalgam-befürworter
gehörenden Organisationen auf ihre Seriosität und ggf. deren
Auflösung bzw. personelle Umbesetzung
5.2 künftigen Beteiligung im Gesundheitswesen bei der Erfassung und Bewertung
von Gesundheitsgefahren

6. Einrichtung eines Entschädigungsfonds für die Härtefälle unter den Amalgam-
geschädigten
6.1 Erwerbsunfähigkeit noch vor Eintritt ins Berufsleben, sodaß nie eine Rente
bezogen werden kann
6.2 Schwerbehinderung/Pflegebedürftigkeit durch Amalgam
6.3 etc.

7. Untersuchung von Psychiatrieinsassen durch unabhängige Toxikologen und
Umweltmediziner.
Neben anderen Umweltgeschädigten sind auch viele Amalgamvergiftete als
psychisch krank fehldiagnostiziert
(Dr. M. Daunderer in einem Vortrag: "So haben ein Drittel der Langzeitpatienten
einer psychiatrischen Anstalt in Aachen entlassen werden können, nachdem sie
vom Amalgam saniert und entgiftet worden sind" (21).)

8. Überprüfung der praktizierenden Zahnärzte zur Qualitätssicherung und damit
Minderung der schädlichen Belastung durch Dentalwerkstoffe
8.1 Überprüfung des Gesundheitszustands von Zahnärzten und damit ihrer
Tauglichkeit wegen deren z.T. fortgeschrittenen Hg-Intoxikation durch den
Umgang mit Amalgam
8.2 Überprüfung ihres handwerklichen Könnens, das in vielen Fällen durch deren
chronische Hg-Belastung unzureichend ist

9. Karies-Prophylaxe
9.1 Umfassende Aufklärung der Bevölkerung über gesunde Ernährung durch die
Gesundheitsbehörden und mittels Unterrichtsfach in Schulen
9.2 Supplementierung von hochdosierten Vitalstoffen (Vitamine, Mineralstoffe
etc.) (Grundbetrag zu zahlen von den Gesetzlichen Krankenkassen zur
Erhaltung bzw. bei Amalgamgeschädigten - ca. 50 Millionen Amalgamträger
in der BRD - zur Verbesserung der Volksgesundheit)
9.3 Verbot für den Verkauf von Süßigkeiten an Kinder (wie derzeit bei Alkohol
und Zigaretten)
9.4 Warnaufdruck des Bundesgesundheitsministeriums auf Süßigkeiten (wie
derzeit bei Zigaretten)
9.5 Aufklärung über die Wirkung von Zahnpasten (Zerstörung der Mundflora)

C. Epilog
Bündnis 90/Die Grünen haben auf ihrem Bundesparteitag vom 24./25. November 2001
den Beschluß gefaßt, die Bundesregierung aufzufordern, die Verwendung von
Dentalamalgam zu minimieren. Als Lösungsmöglichkeiten wurden vorgeschlagen:
1. Amalgam-Verbot
2. Wegfall der kassenzahnärztlichen Vergütung für Amalgam
3. Erweiterung der Kontraindikationsliste
Die Vorschläge unter Punkt 2 und 3 beinhalten nicht die Aufklärung über die Risiken des
Amalgams und die offizielle Anerkennung der Amalgam-Intoxikation. Dies entspricht aus
folgenden Gründen nicht rechtsstaatlichen/ethischen Prinzipien und ist daher abzulehnen:
- Fehlende Aufklärung der Bevölkerung und der Ärzteschaft über die toxische
Gefahr des Amalgams >
> Weitere Vergiftung von Millionen amalgamtragender Bürger über Jahre und
Jahrzehnte
> weitere Unwissenheit der Ärzte über die Amalgam-Intoxikation und entsprechende Diagnose- und Therapieverfahren >
> menschliches Leid
> finanzieller Schaden für das Gesundheitswesen wegen Fehldiagnosen und -therapien
(derzeit weltweit mehrere Billionen Dollar (!) (15))
> finanzieller Schaden für die Konjunktur wegen Amalgam
krankheitsbedingter Arbeits- und Produktionsausfälle (übersteigt den o.g.
Schaden für das Gesundheitswesen ca. um das zehnfache (!) (15))
- Keine versicherungsrechtliche Anerkennung von Amalgamgeschädigten >
> Weiterhin keine Übernahme der Diagnose- und Therapiekosten durch die
Krankenkassen
> weiterhin keine Gewährung von Erwerbs-/Berufsunfähigkeitsrenten >
> weitere Belastung der Sozialhilfe-Kasse, da viele Geschädigte in finanzielle
Not geraten

Quellen
(1) Gefahrstoffliste gemäß § 4a der Gefahrstoffverordnung und EG-Richtlinie 67/548/EWG "Quecksilber-verbindungen",
Veröffentlichung u.a. bei Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften (Hrsg.):
Gefahrstoffliste 1999, dort S. 462 f.
AB "Umwelt und Gesundheit" im GP: RESOLUTION zum Zahnfüllstoff AMALGAM --- 3/2002 7
(2) Verordnung zum Schutz vor gefährlichen Stoffen vom 26.10.1993 (BGB1.I S. 1782), zul. geänd. durch
Verordnung vom 27.1.1999 (BGB1.I S. 50)
(3) Echeverria, D. et al.. Neurobehavioral effects from exposure to dental amalgam Hg :new distinctions between
recent exposure and Hg burden, FASEB J 12, 1998, S. 971-980
(4) Kommission "Human-Biomonitoring" des Umweltbundesamtes: Stoffmonographie Quecksilber - Referenz-und
Human-Biomonitoring-werte (HBM), Bundesgesundheitsbl- Gesundheitsforsch -Gesundheitsschutz 42
(1999), S. 522-532
(5) Wassermann, O. et al.: Kieler Amalgam-Gutachten 1997, Institut für Toxikologie, Universität Kiel 1997, S. 76-
82 mit weiteren Nachweisen
(6) Hanson, M.: Literaturliste zur Amalgamvergiftung. Zu beziehen bei: Prof. Dr. Mats Hanson, Nils Pals väg 28,
S - 24014 Veberöd (Schweden), Tel./Fax: 0046 4685059
(7) Verfügung der Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main zu 65 Js 1708.4/91 vom 31.5.1996, dort S. 1
(8) Bundesrat-Drucksache 149/94
(9) Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: Widerspruchsbescheid an die Stufenplanbeteiligten vom
21.7.1995, Unterzeichner: Domeyer, S. 17
(10) Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: Bescheid an die pharmazeutischen Unternehmer vom
31.3.1995, Unterzeichner: Dr. A. Thiele, S. 7
(11) Deutsches Institut für medizinische Dokumentation und Information (Hrsg.): Diagnosenthesaurus ICD-10
Version 3.0 (Stand Januar 2000), Kennziffer T 88.7; http://www.dimdi.de
(12) Diagnoseschlüssel ICD-10 Version 1.3 (Stand Juli 1999), Kennziffer T 88.7; http://www.dimdi.de
(13) Anfragen bei: - Bundesverband der naturheilkundlich tätigen Zahnärzte in Deutschland e. V.,
Von-Groote-Str. 30, 50968 Köln;
- Deutsche Gesellschaft für Umwelt- und Human-Toxikologie e.V. (DGUHT),
Annastr. 28, 97072 Würzburg;
- Deutscher Berufsverband der Umweltmediziner (dbu),
Scherrwiesenweg 16, 88316 Isny;
- Institut für Naturheilverfahren,
Uferstr. 1, 35037 Marburg;
- Institut für Umweltkrankheiten (IFU),
Im Kurpark 1, 34308 Bad Emstal;
- Interdisziplinäre Gesellschaft für Umweltmedizin e.V. (IGUMED),
Bergseestr. 41, 79713 Bad Säckingen;
- Internationale Gesellschaft für Ganzheitliche Zahn-Medizin e. V. (GZM),
Seckenheimer Hauptstr. 111, 68239 Mannheim;
- Ökologischer Ärztebund,
Fedelhoeren 88, 28203 Bremen
- Bundesverband der Beratungsstellen für Umweltgifte e.V. (BBFU)
Kölner Str. 131, 53879 Euskirchen
- Selbsthilfegruppe Amalgam,
c/o SEKIS, Albrecht-Achilles-Str. 65, 10709 Berlin
(14) Daunderer, M.: Giftherde, Autoimmungifte, Psychogifte, Landsberg/Lech 1997, I-7.3.113, Vorwort zur 113.
Ergänzungslieferung S. 3
(15) Kuklinski, B., van Lunteren, I: Neue Chancen, Bielefeld 1998, S. 84
(16) Health Insurance Bureau: Amalgam Removal / A Road to Better Health?, Stockholm County 1991
(17) Lichtenberg, H.: http://www.lichtenberg.dk
(18) Zahnärztliche Mitteilungen 14/91, S. 1373
(19) Stuttgarter Nachrichten vom 29.01.1999, Interview von Redakteur Wolfgang Molitor mit dem stellvertretenden
Vorsitzenden der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, Peter Kuttruff
(20) Krahn-Zembol, W.: Ohne Recht kein Kläger, Zeitschrift für Umweltmedizin 6/1999, S. 336
(21) zitiert nach: Altmann-Brewe, J.: Zeitbombe Amalgam, München 1994, S. 51)

Arbeitsbereich "Umwelt und Gesundheit"
im Gesundheitsparlament

3/2002

Zusammenfassung des Treffens am 24.02.2002

Mit dem konstituierenden Treffen des AB "Umwelt und Gesundheit" am Gründungstag des GP im November 2001 wurde die Notwendigkeit eines alle Umwelterkrankte umfassenden Zusammen-schlusses bekräftigt. Dem AB wurde somit eine einigende Aufgabe in dem Aufbau eines - noch zu bestimmenden - Organs aufgetragen, das unsere schwachen Kräfte bündelt und in der Öffent-lichkeit Gewicht gibt.

Allgemeines:
In der ersten Folgesitzung des AB`s haben wir uns vorgenommen, zuerst unsere Zielsetzung genauer zu bestimmen (WAS?) und uns erst im zweiten Schritt mit den Wegen (WIE?), also mit den Form- und Umsetzungsfragen zu befassen, wobei auch zwischen kurz-, mittel- und langfristigen Umsetzungen zu unterscheiden sein wird.

Die Festlegung bestimmter Schwerpunktarbeitsgebiete orientiert sich zunächst an den Arbeits-bereichen, die die Teilnehmer/innen repräsentieren oder die ihren geplanten Projekten entsprechen. Für weitere umweltmedizinische Themen, die vorerst nicht von den Teilnehmern beherrscht werden, müssen dann Recherchen laufen bzw. unabhängige Fachleute zu Sachvorträgen eingeladen werden.

Jede Sitzung wird mit einem Vortrag über eine bestimmte Noxe (PCB, E-Smog etc.), bzw. Syndrom (MCS, CFS etc.) beginnen, um allen Beteiligten einen angemessenen Kenntnisstand zu vermitteln. Dies soll Basis für die Verabschiedung von Resolutionen zu den jeweiligen Themen und für Aktions-vorschläge direkt im Anschluss sein.

Für die nächste Sitzung ist das Thema Elektrosmog vorgesehen, die folgende befasst sich mit Zigarettenrauch, danach geht es um PCB, schliesslich um MCS. Weitere, noch zu benennende Themen werden angegangen werden. (Wir bitten entsprechende Fachleute um Mitarbeit).

Maximalforderungen, d.h. die ethisch konsequent durchdachte Folgerung aus der Aufdeckung von systematischen Missständen, sollen im AB Ziel der einzelnen Referate sein. Erfahrungsgemäss wird unsere Maximalforderung - im Prozess der öffentlichen und behördlichen Auseinander-setzungen und Verhandlungen mit den Minimalvorstellungen der Gegenseite konfrontiert - schwer durchsetzbar sein. Wir waren uns aber einig, dass eine Selbstbeschneidung von vornherein aufgrund des Kräfteverhältnisses der Sache (und damit den Menschen) nur schaden kann. Immerhin geht es im umweltmedizinischen Bereich nicht um die Befriedigung grundloser oder überkandidelter Ansprüche, sondern um die Einforderung verbürgter Grundrechte. Auch betrachten wir das Benennen von Missständen in ihrer realen Dimension als eine ethische Verpflichtung und ein demokratisches Prinzip, auf deren Grundlage erst ernsthafte Lösungsansätze zu denken sind.

Spezielles:

Es wurden Anmerkungen gemacht:

- zur Rauchbelästigung im öffentlichen Raum
- zur multiplen Schadstoff-belastung von Heranwachsenden
- zu den Basics der Umweltmedizin - Toxikokinetik und Toxikodynamik
- zu Elektrosmog
- zum "German Marker" (An internationalen Küsten angeschwemmmte Leichen werden auf ihren PCB/PCP-Gehalt im Fettgewebe untersucht - daran werden sie als Deutsche identifiziert!

Hauptsächlich aber wurde bei dieser Sitzung wie angekündigt das allen TeilnehmerInnen zur Vorbereitung vorab übermittelte Amalgam-Papier diskutiert, zu dem Regina Nowack einen fakten- und aufschluss-reichen Einführungsvortrag hielt. Die Inhalte dieses Beitrags finden sich in der nachfolgenden Resolution zum Zahnfüllstoff Amalgam von 3/2002.

Die Resolution wurde nach Annahme der Verbesserungsvorschläge mit 1 Enthaltung und 6 Ja-Stimmen verabschiedet.

Sie wird versandt an: alle Parteien des Dt. Bundestages, einige Gewerkschaften, Bundesgesund-heitsbehörden, WHO, einige Ärzteorganisationen, Wissenschaftliche Institutionen, Patienten-organisationen, Juristische Institutionen, Ausserparlamentarische Opposition.

Im weiteren wurde das Thema Finanzen kurz erörtert (Fundraising im Namen des GP? Eigene Bildungsveranstaltungen zum Thema "Umwelt und Gesundheit"?). Das Thema wird beim nächsten Mal fortgesetzt. Auch die Frage der Erstattung von Reisekosten an weitgereiste AB-TeilnehmerInnen wurde ebenso wie die Erstattung der Porto- etc.-kosten vertagt.

Einladung:

Die Sitzung verlief sehr krativ, in angenehmer kollegialer Atmosphäre und wir hoffen, diesen guten Start des AB`s fortsetzen zu können. Einen relevanten Einfluss auf die politische Lage wird er aber nur mit vielfältiger Beteiligung bekommen. Wir laden nochmals ein, sich dem Arbeitskreis anzuschliesen, um mit gemeinsamen Kräften die in einer Demokratie machbare Lösung der Probleme anzugehen.

Das nächste Treffen des AB "Umwelt und Gesundheit" wird stattfinden

Am: Sonntag, dem 12.05.2002,
von: 10.30 - ca. 16.30 Uhr,
bei: SEKIS (Selbsthilfe-Kontakt- u. Informationsstelle)
Albrecht-Achilles-Str. 65 (Eingang: Hinterhof)
10709 Berlin
im ersten Stock, Raum 1003

Zu SEKIS kommen Sie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln:

U-Bahn-Linie U7: bis Adenauer Platz (Ku-damm in westlicher Richtung (= Halensee) laufen, zweite Querstraße links)
Bus 119, 129: bis Lehniner Platz (Ku-damm in östlicher Richtung (= Gedächtnis-kirche) laufen, erste Querstraße rechts)

Gegenstand der nächsten Sitzung werden sein:

- Elektrosmog (Einführungsvorträge, Diskussion, evtl. Verabschiedung einer Resolution, evtl. Aktionsvorschläge)
- Der Entwurf zum "Gesamtforderungskatalog" (Allgemeine Zielvorstellungen zur Verbesserung der umweltmedizinischen Situation)
- Finanzen des AB

gez.
Regina Nowack und Kathrin Otte
(Sprecherinnen des ABs)

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15.11.2001
Info 1
der Arbeitsgruppe "Umwelt und Gesundheit"
im Gesundheitsparlament

Am 10.11.2001 fand die Gründungsversammlung des Gesundheitsparlaments (GP, www.gesundheitsparlament.de) mit ca. 40 Teilnehmern in Berlin statt. Das GP ist ein Forum von nichtregierungsgebundenen Organisationen, die das Grundrecht auf gesunde Entwicklung, Selbstbestimmung und soziale Gerechtigkeit, also die Rechte von Patienten gegen ökonomische Interessen im Gesundheitswesen durchsetzen will.

1. Die Charta und Geschäftsordung
Entgegen der vorgesehenen Tagesordnung forderten die Vertreter der anwesenden Organisationen, Änderungswünsche in die Charta und die Geschäftsordnung aufzunehmen, was mehrheitlich beschlossen wurde. Auch für die Zukunft wurde eine progressive Veränderungs-möglichkeit der Charta sowie der Geschäftsordnung beschlossen.
Die "Leitsätze für gesundheitsfördernde Politik" konnten aus Zeitgründen nicht mehr zur Debatte gestellt werden.

1. 1
Die Entwürfe der Charta und einer vorläufigen Geschäftsordnung wurden diskutiert, teilweise korrigiert und schließlich verabschiedet. Für die Fraktion der Umwelt-geschädigten war insbesondere folgendes von Belang:

Ihr Antrag war erfolgreich,
- einen Zusatz aufzunehmen, daß ein weiteres Ziel des GP die offizielle Anerkennung auch anderer als sog. "Norm-Erkrankungen" (z.B. Umwelterkrankungen) ist

- zu Punkt 3 der Charta zum Weg der Anliegen des GP einen zusätzlichen - noch zu formulierenden - Text speziell die umweltmedizinische Situation betreffend aufzunehmen

IhrAntrag scheiterte,
- die Streichung des Satzes vorzunehmen, das GP verstehe sich im Kontext einer internationalen "von der WHO angeführten Bewußtseinsbildung für nachhaltig gesunde Entwicklung." Dies obwohl nachgewiesen wurde, daß die WHO gerade nichts Wesentliches zu einer solchen Bewußtseinsbildung beiträgt, sondern vielfach mit der Industrie liiert ist und sich gegen die Gesundheitsinteressen der Bevölkerung stellt. - Damit erkennt das GP paradoxer-weise einen wesentlichen Faktor des Systems an, gegen das es sich eigentlich richtet.

- demokratische Kontrollmechanismen für die SprecherInnen des GP fest-zuschreiben, um Alleingängen, z.B. die Vertretung nicht abgestimmter Meinungen, - wie es leider in der Selbsthilfe vorgekommen ist - entgegenzuwirken

2. SprecherInnen des GP
Als SprecherInnen des GP wurden (wieder)gewählt: Silvia Heyer und Theo Petzoldt

Als Delegierte des GP für den Förderverein Gesundheitsparlament wurden gewählt: Ellis
Huber und Daja Mullins

3. Arbeitsgruppen
Bildung der Arbeitsgruppen (weitere sind möglich) und im Anschluß kurze Vorstellung der AGs im Plenum:

- Integrative Medizin
- Patientenrechte
- Umwelt und Gesundheit
- Von der Krankenkasse zur Bürgerversicherung

4. Die Arbeitgruppe (AG) "Umwelt und Gesundheit"
4.1
Das Arbeitsgruppentreffen fand leider wegen des Zeitverzugs durch die Änderung der Charta und der Geschäftsordnung in grosser Hektik statt. Deswegen kam man über eine kurze Vorstellung der Teilnehmer mit Angabe ihrer persönlichen Zielsetzung sowie einer von einer Vertreterin von Frau Dr. Stöcker (PI) vorgenommenen Skizzierung eines Kurz-Programms zu den Aufgaben der AG nicht hinaus. Dieses Kurz-Programm wurde von den Teilnehmern z.T. korrigiert und ergänzt, blieb aber zu unausgereift, als daß es hier vorgestellt werden könnte.
Wir sehen die Notwendigkeit, uns zuallererst in einem freien Diskurs Gedanken über die Gesamtsituation und unsere Zielsetzungen zu machen. Erst die gemeinsame, im demokratischen Diskussionsprozeß gewonnene fundierte Einschätzung kann die Basis dafür sein, unsere Aufgabenbereiche sinnvoll zu benennen und zu gestalten und danach unsere zukünftigen politischen Aktivitäten auszurichten.
Wir werden in Kürze gesondert (siehe dazu auch unten Punkt 4.5) alle uns bisher bekannten Zielsetzungen von Umweltorganisationen auflisten und für alle Interessenten öffentlich vorstellen. Diese Diskussions-grundlage bitten wir, in einem gemeinsamen demokratischen Prozeß zu ergänzen, zu korrigieren und zu konkretisieren.

4.2
Die Teilnehmer der AG waren:

- Eine Chemikaliengeschädigte
- Eine Chemikaliengeschädigte und Elektrosensible, Mitglied in einer Organisation gegen Wissenschaftsfälschung und in der Ethik-Schutz-Kommission
- Eine Silikongeschädigte
- Eine Vertreterin der MCS-Selbsthilfe Umweltgeschädigter, Hamburg
- Eine Vertreterin der SHG Amalgam, Berlin
- Eine Vertreterin von Haut Selbsthilfe e.V., Internat. Verein für Umweltkranke, Saarland
- Eine Vertreterin der
PI, (von Frau Dr. Stöcker)
- Eine Vertreterin des Dt. Allergie-Asthma-Bundes und des Antiraucherbundes, Berlin
- Ein Vertreter des Nichtraucherbundes Berlin e.V.
- Ein Vertreter des Biochemischen Vereins (Schwerpunkt: Ernährung, Konsum-verhalten)
- Ein Vertreter von pro agora, Gesellschaft für nachhaltige Stadtkultur e.V. (alternative Technologien)
- Ein Vertreter der Uni Leipzig (Suchtprojekte)
- Eine Politologin in Vertretung von Frau Dr. Stöcker (PI)

4.3
Wahl einer SprecherIn der AG: Regina Nowack (SHG Amalgam, Berlin)
Wahl einer stellvertretenden SprecherIn der AG: Kathrin Otte (MCS-Selbsthilfe
Umweltgeschädigter, Hamburg)

4.4
Ein nächstes Treffen der AG ist für Mitte Februar (wahrscheinlich Samstag 16.02.2002) in Berlin geplant. (Termin wird rechtzeitig bekanntgegeben.)

Wir bitten um zahlreiche Teilnahme aller Bereiche der Umwelt-organisationen, womit sowohl umweltmedizinisch orientierte Patienten als auch Ärzte, Wissenschaftler und Juristen (organisiert wie Einzelpersonen) gemeint sind. Je größer unsere Fraktion wird desto besser!

4.5
Zur Vorbereitung des Treffens:
Damit sich die AG "Umwelt und Gesundheit" im GP tatsächlich für die mehrheitlichen Zielsetzungen der Betroffenen engagieren kann, fänden wir es sinnvoll, wenn möglichst viele Initiativen schon vor einem nächsten Treffen beginnen würden, gemeinsam ein entsprechendes Aktionsprogramm zu entwickeln. Dies könnte z.B. in einem chatroom auf einer der zentralen webpages geschehen. Wie bereits oben erwähnt, wollen wir in Kürze zusammengetragene Ideen öffentlich vorstellen. (Web-Adresse wird bekannt gegeben.) Wir plädieren für eine große Beteiligung an diesem Arbeitsprozeß und einen demokra-tischen Zusammenschluß, weil nur so notwendiger Druck auf die Verant-wortlichen ausgeübt werden kann.

Mit guten Wünschen für Sie und unsere gemeinsame Arbeit sowie besten Grüßen

gez. Regina Nowack Kathrin Otte

(Sprecherin der AG) (stellvertretende Sprecherin der AG)
r.nowack@arcormail.de kathrin.otte@gmx.net

 

8.1.2002: Antwort auf Frau Dr. Stöckers Brief bzgl. Amalgam (s.u. von Okt. 01)

Frau Dr. Stöcker vom Bündnis PI gibt für das Aktions- und Arbeitsprogramm für das
Jahr 2002 bzgl. Amalgam an: "Stop der Finanzierung von Amalgamfüllungen durch die Krankenkassen; statt dessen Finanzierung von Ersatzmaterialien..."

Mit diesem Vorschlag ist gemeint, daß künftig Kassenzahnärzte von den Kassen nicht mehr wie bisher ausschließlich das billige Amalgam erstattet bekämen, sondern den etwas teureren Kunststoff oder Zement. Auf diese Weise würden die Zahnärzte aus einkommens-orientierten Gründen natürlich nur noch Kunststoff oder Zement verwenden. Bei diesem Vorhaben würde aber weder eine Aufklärung über die Gefahren des Amalgams (also auch über die meist schon reichlich in den Zähnen von Patienten befindlichen Amalgam-füllungen) noch eine Anerkennung der Amalgam-Intoxikation erfolgen.
Es wäre also eine "politische" Lösung, um einerseits aus den medizinisch zwingenden Gründen die künftige Amalgamanwendung zu reduzieren, andererseits aber das offizielle Eingeständnis der hohen und häufigen Risiken von Amalgam zu umgehen, weil damit evtl. auch die Frage eines fahrlässigen Versäumnisses, gar vorsätzlichen Handelns der Verantwortlichen auftauchte.
Dieses Modell verfolgt also die Interessen von Politik und Industrie zulasten der Bevölkerung.

Aus ethischen/rechtsstaatlichen und zudem auch aus volkswirtschaftlichen Gründen wird das o.g. Modell von der Mehrheit der umweltmedizinischen Patientenverbände abgelehnt.
Die konkreten Gründe dazu sind:


(1) Fehlende Aufklärung der Bevölkerung und der Ärzteschaft über die toxische Gefahr des Amalgams à
- Weitere Vergiftung von Millionen amalgamtragender Bürger über Jahre und Jahrzehnte
- weitere Unwissenheit der Ärzte über die Amalgam-Intoxikation und entsprechende Diagnose- und Therapieverfahren
à - menschliches Leid
- finanzieller Schaden für das Gesundheitswesen wegen Fehldiagnosen und -therapien (derzeit weltweit mehrere Billionen Dollar (!) [1])
- finanzieller Schaden für die Konjunktur wegen Amalgam-krankheitsbedingter Arbeits- und Produktionsausfälle (übersteigt den o.g. Schaden für das Gesundheitswesen ca. um das zehnfache (!) [1]

(2) Keine versicherungsrechtliche Anerkennung von Amalgamgeschädigten à
- Weiterhin keine Übernahme der Diagnose- und Therapiekosten durch die Krankenkassen
- weiterhin keine Gewährung von Erwerbs-/Berufsunfähigkeitsrenten
à weitere Belastung der Sozialhilfe-Kasse, da viele Geschädigte in finanzielle Not geraten


Daher ist Konsens der Mehrheit der umweltmedizinischen Patientenverbände (der Frau
Dr. Stöcker durchaus bekannt ist):

- Sofortiges Amalgam-Verbot
- Uneingeschränkte Aufklärung über die Amalgamrisiken
- Offizielle Anerkennung der Amalgam-Intoxikation


Es ist klar, daß Politik und Industrie niemals die Haftung für ihr Tun und Unterlassen und damit für die durch Amalgam eingetretenen Schäden übernehmen wird. Diese Gerechtig-keit wird es nicht geben. Aber es muß endlich wenigstens insofern ehrlich und verant-wortungsvoll mit den Bürgern umgegangen werden, daß man sie vor weiteren Gesund-heitsschädigungen durch Amalgam allumfassend schützt. Das verlangt unser Grundgesetz. "Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit" (Art. 2 (2) GG)
Da die Zielsetzung des GP lautet, "das Recht der Menschen auf Würde, Gesundheit, soziale Gerechtigkeit, Lebensfreude durchzusetzen", sollten wir in der Amalgamfrage keine faulen Kompromisse eingehen.

Im übrigen:
Selbstverständlich soll mit einem Amalgamverbot die individuelle Freiheit nicht eingeengt werden. Wer über alle Risiken des Amalgams aufgeklärt wurde und dennoch Lust hat, seine Zähne mit Amalgam versorgen zu lassen, sollte diese Möglichkeit erhalten, so wie auch der "Genuß" von Alkohol, Tabak und dergleichen erlaubt ist. Allerdings wäre dann ein Zuschlag bei den Krankenkassenbeiträgen wegen der bewußt eingegangenen Gesundheitsgefährdung (der eigenen Person sowie des Zahnarztes) angebracht.

Neben den o.g. Hauptforderungen wurden bereits folgende weitere konkrete Punkte zu einem Amalgam-Aktionsprogramm zusammengetragen, das zu ergänzen und korrigieren ist:

- Amalgamverbot
- Anerkennung der Amalgamkrankheit (liegt theoretisch mit dem
Diagnosenthesaurus ICD-10 vor, muß aber praktisch noch durchgesetzt
werden insbesondere bei
- Kranken-, Rentenkassen und anderen Versorgungsanstalten.
- Aufnahme der Thematik "Amalgam-Intoxikation" in den Lehrplan der
medizinischen Fakultäten.
- Information der Zahnärzte und Ärzte über Sanierungs-/Entgiftungsmaß-
nahmen.
- Kostenübernahme der Krankenkassen für:
- Entfernung von Amalgamfüllungen unter ausreichenden
Schutzmaßnahmen.
- Ersatzrestaurationen mit Alternativmaterialien (Zement, Kompositen),
individuell auszutesten.
- Kiefersanierung bei evtl. bestehenden Schwermetallherden (Extraktion
von Zähnen, Ausfräsen des Kiefers, Laboranalysen des Wundmaterials
zur Verlaufskontrolle).
- Systemische Entgiftungstherapie mit geeigneten schul- oder alternativ-
medizinischen Methoden ggf. unter laborchemischer Kontrolle der Gift-
ausscheidung.


- Finanzierungskonzept

- Einsparung der Krankenkassen wegen des drastischen Rückgangs von
Nachfolgeerkrankungen des Amalgams


- Bildung eines Gremiums mit ausgewiesenen seriösen Wissenschaftlern, Ärzten, Juristen, Patienten... zur:
- Überprüfung von offiziellen umweltmedizinischen Einrichtungen,
zahnärztlichen Vereinigungen und anderen zur Amalgamlobby gehörenden
Organisationen auf ihre Seriosität und ggf. deren Auflösung bzw. personelle
Umbesetzung.
- künftigen Beteiligung im Gesundheitswesen bei der Erfassung und
-bewertung von Gesundheitsgefahren


- Einrichtung eines Entschädigungsfonds für die Härtefälle unter den Amalgam-
geschädigten.
- Erwerbsunfähigkeit noch vor Eintritt ins Berufsleben, sodaß nie eine Rente
bezogen werden kann
- Schwerbehinderung/Pflegebedürftigkeit durch Amalgam
- etc.


- Untersuchung von Psychiatrieinsassen durch unabhängige Toxikologen und Umweltmediziner.
- Viele Amalgamvergiftete sind als psychisch krank fehldiagnostiziert
(Dr. M. Daunderer in einem Vortrag: "So haben ein Drittel der Langzeit-
patienten einer psychiatrischen Anstalt in Aachen entlassen werden können,
nachdem sie vom Amalgam saniert und entgiftet worden sind" [2].


- Überprüfung der praktizierenden Zahnärzte zur Qualitätssicherung und damit Minderung der schädlichen Belastung durch Dentalwerkstoffe
- Überprüfung des Gesundheitszustands von Zahnärzten und damit ihrer
Tauglichkeit wegen deren z.T. fortgeschrittenen Hg-Intoxikation durch
den Umgang mit Amalgam
- Überprüfung ihres handwerklichen Könnens, das in vielen Fällen durch
deren chronische Hg-Belastung unzureichend ist


- Karies-Prophylaxe:
- Umfassende Aufklärung der Bevölkerung über gesunde Ernährung durch die
Gesundheitsbehörden und mittels Unterrichtsfach in Schulen
- Supplementierung von hochdosierten Vitalstoffen (Grundbetrag zu zahlen von
GKV zur Erhaltung bzw. bei Amalgamgeschädigten - ca. 90 % der
Erwachsenenbevölkerung - zur Verbesserung der Volksgesundheit)
- Verbot der Kooperative Zahnärzteschaft und Zuckerindustrie
- Verbot für den Verkauf von Süßigkeiten an Kinder
- Warnaufdruck des BGM auf Süßigkeiten (wie bei Zigaretten)
- Warnung vor Zahnpasten und ähnlichem (Zerstörung der Mundflora)

Regina Nowack


Quellen:

[1] Kuklinski, B., van Lunteren, I: Neue Chancen, Bielefeld 1998, S. 84
[2] zitiert nach: Altmann-Brewe, J.: Zeitbombe Amalgam, München 1994, S. 51


Vorbereitungspapier für eine AG "Gesundheit und Umwelt" (vom Okt. 01)
Aus einem Brief von Frau Dr. Birgit Stöcker vom Bündnis P I (Politischer Arbeitskreis von Patienten-Initiativen Umwelterkrankter) 10/01

"Zum Aktions- und Arbeitsprogramm:
Für das Jahr 2002 würde ich mit Forderungen nach
1. Amalgamverbot sowie einer
2. Humanverträglichen Elektrotechnik beginnen.
Zu 1.:
· Stop der Finanzierung von Amalgamfüllungen durch die Krankenkassen; statt dessen
· Finanzierung von Ersatzmaterialien nach individueller Verträglichkeit
Zu 2.:
· Einflußnahme auf die Überarbeitung der Verordnung über elektromagnetische Felder (im wesentlichen Aufnahme des Vorsorgeaspektes und Minimierungsgebotes sowie Grenzwertsenkung)
· Fokusierung auf optimale Minimierung durch technische Lösungen (nicht allein Grenzwertdiskussion)
· Zum Schwerpunkt Mobilfunk:
Einführung eines Umweltmanagements, mit welchem alle Sender auf eine Leistungsreduzierung hin überprüft werden.
Durchsetzung von Vorsorgewerten
Berücksichtigung "nichtthermischer" Wirkungen
Entwicklung gesundheitsschonender Technologie, im Sinne von biologisch verträglicher Signalisierung

Schutzmaßnahmen in Form einer 3-Zonen-Einteilung:
A. Industriezonen - Mit weitestgehender Grenzwertabsenkung -Funkverkehr aus wirtschaftlicher Notwendigkeit
B. Mischzonen - Mit Vorsorgewerten auf tiefstmöglichem Stand -Funkverkehr mit punktuell 'handyfreien' Schutzzonen
C. Wohn- u. Erholungszonen - Senderfrei - Menschenschutzgebiete

Sowohl zu Punkt 1 als auch 2 müßte im Gesundheitsparlament ein Beschluß gefaßt werden.
Mit freundlichen Grüßen Dr. Birgit Stöcker

 

 

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